Two kids playing outdoors
  • Susi

  • Veröffentlicht am

    April 27, 2022

  • Lesedauer

    5 Minuten

Jetzt mit Kita-Kindern raus in die Natur!

Fachberatung Leitlinien für die Früherziehung

Der Weg ist das Ziel!

Endlich wieder Frühling, endlich wieder Sonnenschein! Da kitzelt es doch in den Füßen, mal wieder mit der ganzen Familie raus in die Natur zu gehen! Oder gibt es bei Ihnen etwa maulende Kids, die lieber in der Stube hocken als draußen zu spielen? Mit ein paar einfachen Tricks motivieren Sie selbst kleine Bewegungsmuffel zu einer Wanderung oder einem Picknick: Lassen Sie einfach alle bei den Vorbereitungen mitmachen – dann macht es doppelt so viel Spaß!

Gute Planung ist alles!

Sie wollen einfach mal wieder raus? Dann gibt es viele Ziele, die sich lohnen! Wie wäre es mit einem schönen Waldgebiet in der Nähe? Oder einem Naturpark? Auch ein See oder Moor ist etwas ganz Besonderes! Suchen Sie sich Orte, an denen es für die Kinder viel Neues zu entdecken gibt und an denen sich alle Familienmitglieder wohlfühlen können. Natürlich kann man auch einen Ausflug in den Zoo oder in einen Vergnügungspark machen – aber dort sind alle Wege vorgegeben und es ist meist sehr viel los. Wieviel schöner ist es, die Stille des Waldes zu hören? Oder sich einfach mal ins hohe Gras einer wilden Wiese zu legen und den Wolken zuzuschauen? Wagen Sie das Abenteuer, auch mal ihre eigenen „ausgetretenen“ Weg zu verlassen und Naturgebiete zu entdecken, die sie bisher noch nicht kannten. Oder fahren Sie mit Kinder zu Orten, die sie selbst als Kind geliebt haben – das kann ein schönes „Familien-Gefühl“ entstehen lassen.

Besorgen Sie sich echte Wanderkarten oder Karten für Fahrradtouren von dem Gebiet, planen Sie gemeinsam mit allen die Strecke und zeichnen Sie die interessanten Plätze ein – z. B. ein Wildgehege, eine Scheune oder Ähnliches. Tipp: Schauen Sie auch nach Abkürzungen, falls es doch früher wieder nach Hause gehen muss wegen schlechtem Wetter oder müden Füßen. 

Sie können Ihre Kinder auch selbst eine Wanderkarte malen lassen – darauf dürfen sie dann alles eintragen, was sie auf jeden Fall gern machen möchten, z. B. einen Baum umarmen!

Ob Sie zu Fuß, mit Bollerwagen oder mit dem Rad unterwegs sein wollen – die Wege müssen zu Ihrem Fortbewegungsmittel passen. Und ausreichend Zeit für Pausen und Entdeckungen einplanen – gerade kleine Kinder können ja schon beim Anblick einer Waldameise alles um sie herum vergessen


Kleidung & Co.

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“, ist ein bewährter Merkspruch. Also je nach genereller Wetterlage ist der Zwiebellook auf jeden Fall richtig. Während auf der Wiese noch die heiße Sonne scheint, kann es im dichten Wald sehr kühl sein. Also vom T-Shirt bis zum Schal sollte alles dabei sein. Bei Regenneigung unbedingt eine dichte Jacke einpacken – nichts ist schlimmer als durchnässt zu sein und noch bis zum Ziel durchhalten zu müssen. Das Wichtigste sind aber die Schuhe! Gerade kleinere Kinder brauchen ein gutes Paar Laufschuhe, mit denen sie alles machen können und die auch mal schmutzig werden können. 

Unser Tipp: Wenn es die Umgebung erlaubt, dürfen Kinder auch mal barfuß laufen. Das kann in der Natur ein ganz besonderes Erlebnis sein – vom weichen Waldboden bis zum kitzeligen Stoppelfeld gibt es ganz viel Tolles zu spüren.

 

Absolutes „must have“: Picknick!

Ohne einen Picknickkorb geht es nicht aus dem Haus! Am besten bereitet man zusammen alles vor, was zu einem richtigen Picknick dazugehört. Grundregel für alles: Es sollte haltbar sein, nicht gekühlt werden müssen und nicht zu viel Müll erzeugen, den man ja auf jeden Fall wieder mit nach Hause nehmen muss oder richtig entsorgen muss (wozu aber in der Natur oft nicht die passenden Mülleimer etc. zur Verfügung stehen). Zum Trinken eignen sich Wässer, Säfte oder nicht zu süße Schorlen – vielleicht in einer leichten wiederverwendbaren Plastikflasche transportiert. Zu einem „Retro-Picknick“ gehören natürlich Eiersalat, Frikadelle und belegte Brote. Heute ist es vielleicht eher ein frischer Möhrensalat (ohne Mayonnaise), Falaffelbällchen und ein Müsliriegel. Die Kinder dürfen sich dabei etwas wünschen und bei der Zubereitung helfen, und wenn es nur das Verpacken in Dosen oder Butterbrotpapier-Tüten ist. Etwas Wegzehrung wie Kekse oder kleine Gemüsesnacks oder auch ein Apfel sollten mit eingepackt werden.  

Optimal ist das Picknick – übrigens wohl abgeleitet aus dem französischen Ausdruck «pique-nique», eine Kleinigkeit aufpicken -, wenn man es mit der Hand essen kann, zumindest aber sollten ein Pappteller und eine Gabel dafür reichen. Feuchttücher nicht vergessen!

Besonderen Spaß macht es Kindern, wenn sie ihren eigenen Rucksack packen dürfen und ihren eigenen Proviant darin verstauen können. Auch ein Kuscheltier oder ein wichtiges Spielzeug darf so auf Wanderschaft gehen. 

Und nicht vergessen: die Picknick-Decke! Ohne sie ist es kein richtiges Picknick! Erst wenn sie am perfekten Ort ausgebreitet wird und es sich alle drauf gemütlich machen, beginnt der Spaß! Tipp: Es gibt sehr leichte Decken, deren Unterseite wasserfest ist.


Spielen und entdecken erlaubt

Eigentlich braucht es in der Natur kein Spielzeug – es ist genug zum Spielen und Entdecken da! Man kann in einem Bach planschen, kleine Tiere, Pflanzen oder Gesteine betrachten, vielleicht einen Baum erklettern oder einfach Verstecken spielen. Auch hier kann aber gute Vorbereitung zum Gelingen beitragen. Stellen Sie Ihren Kindern schon vor dem Ausflug kleine Aufgaben, die sie dann lösen müssen. Vielleicht sollen sie alles Interessante in einer schönen Dose sammeln und nachher damit basteln oder schöne Blumen in einem „Wander-Tagebuch“ pressen und etwas dazu malen. Oder Sie packen Fernrohr und Vogelstimmen-App ein und bestimmen alle Vögel, denen Sie begegnen. Wenn Sie die Strecke kennen oder es sich um einen geführten und begleiteten Wanderweg handelt, können Sie auch eine Art „Schnitzeljagd“ nach besonderen Gegenständen/Vorkommnissen am Wegesrand veranstalten, bei dem das Gewinner-Kind einen kleinen Preis erhält. 

Wird es wider Erwarten doch etwas langweilig, können klassische Ratespiele die Zeit vertreiben. Dazu gehört zum Beispiel „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist …“ (Farbe oder Form nennen). Auch das Singen schöner Wanderlieder bringt Abwechslung, zum Beispiel „Das Wandern ist des Müllers Lust …“. (Erinnern Sie sich? Früher hatte man immer ein kleines Liederbuch beim Wandern dabei: die Mundorgel!)


Die Umwelt hautnah erleben

So ein Ausflug macht einfach nur Spaß! Man kann damit aber auch wichtige pädagogische Lernschritte hautnah erlebbar machen, wenn man möchte. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Anschauungsmaterial kann man auch schon kleinsten Kindern ein Verständnis für die Verletzlichkeit unserer Natur vermitteln. Sie sehen Müll herumliegen? Nehmen Sie eine Tüte mit und die Kinder sammeln ihn unterwegs ein. Sie sehen kahle Bäume? Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Wirkung von Abgasen und Schädlingen auf das Leben der Pflanzen. Sie sehen Tiere, die frei in der Natur leben wie Hasen, Vögel, Ameisen oder Käfer? Machen Sie Ihren Kindern bewusst, dass der Wald/die Wiese ihr Zuhause ist, das man nicht zerstören darf. 

Zeigen Sie Ihren Kindern, dass das eigene Verhalten etwas bewirken kann – nehmen Sie z. B. all Ihren Abfall vom Picknick umweltbewusst wieder mit nach Hause oder bleiben Sie bewusst auf den Wanderpfaden, um die Pflanzen nicht zu zertrampeln. Ihre Kinder werden Umweltschutz so viel besser verstehen als jedes Buch oder Unterrichtsfach es vermitteln kann!

 

Wann ist ein Ausflug ein Ausflug?

Immer dann, wenn man draußen in der Natur ist! Es muss ja nicht jedes Mal eine halbe Weltreise sein, um zu einem schönen Ausflugsziel zu gelangen. Sie können doch auch im eigenen Garten oder im nahegelegenen Park einen tollen Tag in der Natur verbringen! Mit leckerem Picknick (auf der Decke!) und spannenden Spielen wird daraus ein schöner Familientag ganz ohne Handy, Arbeit und Verpflichtungen. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel! 

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